was bedeutet artgerechte Wolle?

8 Antworten zu „was bedeutet artgerechte Wolle?“

  1. Avatar von StrickFisch

    Liebe Angie, ein sehr guter Beitrag. Du hast ganz recht damit, dass wir Mengen an Wolle horten, aber leider oft gar nicht verstricken werden.
    Inzwischen ist es auch mir sehr wichtig, verstärkt hinter die Kulissen zu schauen und dafür auch höhere Preise in Kauf zu nehmen. Dazu gehört auch Projekte besser zu planen, Maschenproben anzufertigen und nicht einfach nur drauf los zu stricken.
    Danke für die Links &. liebe Grüße Sandra

  2. Avatar von Nicole

    Hallo Angie! Vielen Dank für Deinen gut recherchierten Beitrag! Liebe Grüsse, Nicole

  3. Avatar von Wanderschäfer

    Hallo ich bin zufällig auf den Artikel gestoßen und wollte mich kurz dazu äußern. Ich bin Wanderschäfer von Beruf und betreue eine Herde mit bis zu 1400 Köpfen. Meine Empfehlung ist, voll auf deutsche Wolle zu setzen. Der große Unterschied ist, dass große Herden in Deutschland in der Regel im Hütebetrieb gehalten werden und damit eigentlich ständig jemand da ist, der ein Auge auf die Tiere hat. Natürlich ist das kein garant für eine artgerechte Haltung aber ich möchte garnicht wissen, wie es Ländern zugeht, in denen die Schafe nur einmal täglich mit dem Trike besucht werden. In Deutchland rechnet man 1 Schäfer pro 450-600 Tiere. In Australien und Neuseeland sind es 20000 und mehr pro Schäfer. Auch in Irland, Schweden, Schottland und Island werden die Schafe mehr oder minder sich selbst überlassen. Krankheiten und z.B. Fliegenbefall können so nur spät erkannt werden. Schäfer aus den großen Schafländern können Fleisch und Wolle deshalb auch viel billiger verkaufen als wir (Personalkosten) Mir ist dieses Schaf & Schäfer ein bisschen zu intransparent aber es gibt genügend Möglichkeiten auch deutsche Wolle zu bekommen. (z.B. Elbwolle oder der Finkhof) Ich habe auf dem Finkhof gelernt und verkaufe auch unsere Wolle dorthin. Der Finkhof zahlt verhältnismäßig gut (oder sehr gut) hat besondere Auflagen zur Behandlung der Schafe mit Außenparasitenmitteln und lässt auch beim Waschen der Wolle keine „Verunreinigung“ oder das Mischen der Wolle mit anderen Anbietern zu. Zudem beziehen sie ihre Wolle zum Großteil oder sogar ganz aus Hüteschäfereien. Natürlich ist die Wolle aus südlichen Ländern schöner zu verarbeiten und die Auswahl ist viel größer aber ich halte nichts von dem Kram. Man kann durch den Kauf regionaler Wolle nicht nur etwas für den Tierschutz tun sondern auch einen uralten Beruf erhalten. Die Wanderschäferei trägt zu dem zum Erhalt einiger der schönsten Regionen Deutschlands wie der schwäbischen Alb, der Rhön oder der Lüneburger Heide bei. (Wobei man aus Heidschnuckenwolle wohl kaum etwas machen kann)

    *Werbung off* und Grüße

    Sven

    1. Avatar von pimpienella

      Hallo Sven,

      vielen Dank für deine Nachricht, ich bin dir für alle Infos sehr dankbar und würde mir auch wünschen das viel mehr Spinnereien den Verkauf von regionaler Wolle anbieten, leider findet man die meisten Infos sehr selten im Internet. Was ich total schade finde, gerade weil ich auch mal gerne Mal eine Schäferei in meiner Gegend (BW, Hessen, Pfalz) besuchen würde. Für Links etc. wäre ich dir sehr dankbar, auch um diesen Beitrag noch erweitern zu können! Liebe Grüße Angelina

  4. Avatar von Jac
    Jac

    Hallo pimpienella,

    ich möchte Dir ganz herzlich für Deinen Artikel danken. Über Deine Homepage bin ich heute glücklicherweise gestolpert. Schön daß Du Tacheles schreibst, das ist sehr sehr wichtig. Ich war schon fast am verzweifeln, weil ich seit geraumer Zeit versuche, das Thema an diversen Stellen anzubringen. Es wird von vielen schlichtweg ignoriert / verdrängt, wollen nichts davon hören und weiter in ihrer heilen Friedefreudeeierkuchenwelt leben, der Realität nicht ins Auge blicken. Ich liebe Tiere (vor allem Schafe, die haben es mir echt angetan), mir ist der artgerechte Umgang mit Tieren und artgerechte Tierhaltung sehr wichtig, das sind wir unseren Mitgeschöpfen einfach schuldig!

    Wer sich die Bilder der Tierschutzorganisation PETA mal zu Gemüte geführt hat, wird schockiert sein. Ich brauchte Tage, um das einigermaßen zu verdauen und mir sind diese Grausamkeiten noch heute im Kopf. Es ist so krass, wie wir immer wieder belogen und betrogen werden, in welcher Scheinwelt wir leben. Wie kann man selbstgefertigte Sachen auf Kosten der Tiere guten Gewissens anfertigen und tragen? Ich kann es nicht!

    Wolle wird hochglanzmäßig vermarktet, doch hinter die Kulissen laufen oft die größten Sauereien ab. Das Tierleid muß endlich aufhören!!! Bei PETA mitzumachen, ist mir zu hart, das würde ich nicht durchhalten. Alle Achtung für deren Einsatz und Leistung!

    In den vergangenen Tagen habe ich fleißig die Betreiber von Homepages (wie Ravelry) oder Veranstalter von Wollfesten angeschrieben, um auf das Tierleid aufmerksam zu machen und in der Hoffnung sie zu animieren, sich aktiv mit für das Tierwohl einzusetzen. Heute habe ich diverse Hersteller angeschrieben und bin gespannt, ob und welche Rückmeldungen kommen. Ein Wollladen hat ziemlich genervt reagiert. Doch würde ich gerne noch viel mehr unternehmen, um die Tiere zu schützen. Vielleicht hast Du ja noch ne gute Idee?

    Wie „Wanderschäfer“ empfohlen hat, war / bin ich auf der Suche nach deutscher Wolle und bin in meinem Umfeld mehrfach fündig geworden, finde es aber sehr schade, daß man solche Wolle im Wollgeschäft nicht findet, sondern nur die großen Marken (die übrigens ganz merkwürdige / bedenkliche Verkaufsstrategien / Diktaturen pflegen). Ich finde es zudem erschreckend, daß unsere Schäfer für Wolle soooo wenig Geld erhalten, insgesamt ganz wenig verdienen und die Wolle teils im Abfall landet. Dabei könnte man daraus so tolle Dinge machen und die Schäfer damit gleichzeitig finanziell unterstützen. Und es wäre auch ein Beitrag zum Umweltschutz, Wolle anstatt Polyacryl und Plastik.

    Der Finkhof hat m. E. schöne Wolle, war persönlich schon 2 x vor Ort und bin von der Wolle und dem Laden durchaus begeistert (ist eine Reise wert), ich mag diese etwas rustikale Wolle. Auch stellen die tolle Sachen her.

    Die kleinen Schäfereien (sogenannte Archehöfe) in meiner unmittelbaren Umgebung verkaufen Wolle teils von vom Aussterben bedrohter Schafrassen und von Angoraziegen. Bei Bedarf kann ich Dir / Euch gerne die Adressen geben. Mir ist es schon lange ein Anliegen, von den großen Herstellern / Konzernen wegzukommen, um die Region zu unterstützen. Aber es ist garnicht so einfach fündig zu werden, da ist viel Nachforschungsarbeit notwendig.

    Mir ist es auch wichtig, daß es weiterhin Schäfer gibt, der Beruf darf nicht aussterben. Am liebsten wäre ich selbst Schäferin, auch wenn’s anstrengend ist. Ich freue mich immer sehr, wenn ich in der Natur unterwegs bin und treffe mal wieder Schäfer mit Hund und Herde an, der in Sachen Landschaftspflege unterwegs ist. Was mir aber bei der Schäferei nicht so gut gefällt ist, daß Lämmer und Schafe geschlachtet werden, das Fleisch und die Felle verkauft werden. Die Tiere hätten bei mir das ewige Leben. So vieles hängt einfach immer am Geld um überleben zu können, das ist schade.

    Viele Grüße

    Jac

    1. Avatar von pimpienella

      Hallo Jac,

      Vielen Dank für dein Kommentar! Ich merke das du auch so viel zu dem Thema erzählen könntest, mir geht es da genauso. Ich weiß garnicht wo man anfangen soll sich zu ärgern usw.
      Deshalb war ich auch mit einem sehr gemischten Gefühl bei der H+H in Köln, der Fachmesse für Wolle und es war so schwierig Garne aus zertifizierter Nachhaltiger und tierfreundlucher Herstellung zu finden. Gerade große Wollhersteller die sich so etwas leisten könnten, das hat mich am meisten gefrustet. Nun denn ich versuche mein Wissen weiter zugeben und versuche meine Designs auch aus solchen tierleidfreien Garnen herzustellen. Ich hoffe das wir alle bald Umdenken und wert daran legen unsere Unwelt zu schützen 😊

      Viele Grüße Angelina

      1. Avatar von Jac
        Jac

        Hallo Angelina,

        besten Dank für Deine Rückmeldung. Ja mich bewegt das Thema sehr, weil mir die Tiere extrem leid tun, sowas darf nicht sein. Doch halte ich für wichtig, seinen Fokus nicht auf das Ärgern zu legen, sondern darauf, was wir tun können und wo wir hin wollen, was ist unser Ziel?

        Wir dürfen nicht aufgeben, das sind wir den Tieren, den heimischen Schäfern und der Umwelt einfach schuldig. Auch unser Konsumverhalten muß überdacht werden, lieber viel weniger kaufen, dann aber Sachen (z. B. Kleidung) wie es sie beim Finkhof, bei Flomax usw. gibt, ansonsten viel DIY, Second Hand usw.

        Wir müssen nerven, unbequem sein. Ja, das erfordert oft einen langen Atem und viel Geduld. Da wird man manachmal auch sehr Frustrierendes erleben, dafür nicht gemocht und Rückschläge erfahren. Wollen wir was bewegen und die aktuellen Mißstände verändern, müssen wir da durch. Nur so können wir den Tieren helfen und für eine fairere Welt sorgen.

        Die großen Wollhersteller sind in erster Linie auf Profit aus, wie alle großen Konzerne, da zählt nur die Gewinnmaximierung und sie vertrösten einen gerne mit irgendwelchen leeren Versprechungen, Hochglanzprospekten usw., wie z. B. Lana Grossa. Doch das sind hohle Phrasen und Marketingstrategien. Davon darf man sich nicht beeindrucken und täuschen lassen.

        Wir können auch solche Plattformen wie Utopia, Ravelry, Fruity knitting, youtube oder Facebook etc. gezielt ansprechen / nutzen, große Internetshops anschreiben, andere Strickerinnen persönlich ansprechen, bei Handarbeitsstammtischen das Thema auf den Tisch bringen, nerven und unbequem sein, um auf das Tierwohlproblem und das Umweltproblem (Farben etc.) aufmerksam zu machen, die Handarbeiter(innen) wachrütteln, um mehr Bewußtsein zu wecken und auf die Alternativen aufmerksam machen, schließlich gibt es ja fair erzeugte, umweltfreundliche Wolle.

        Nur wenn wir uns als Gleichgesinnte zusammentun, an einem Strang ziehen, zusammenhalten, uns Stategien und Möglichkeiten überlegen und gemeinsam für die Tiere und die Umwelt kämpfen (auch Farben sind oft schädlich oder auch superwash-Ausrüstung), können wir etwas bewegen. An Wanderschäfer oder PETA können wir uns ein gutes Beispiel nehmen, er ist in seiner Sache sehr vielseitig aktiv, trotz seiner harten Arbeitstage.

        Aufgegeben wird nicht, jetzt gleich erstrecht. Der Anfang ist gemacht und wir wachsen mit der Aufgabe.

        Ich fände es zudem gut und wichtig gemeinsam zu hirnen, um sich Strategien und Möglichkeiten zu überlegen. Oder wie siehst Du das?

        Viele Grüße

        Jac

  5. Avatar von Blogupdate 2020! |

    […] Die Nachhaltigkeit spiegelt sich auch in der Auswahl meiner Wolle und meine Strickprojekte wieder, mir ist es wichtig Wolle mit guten Gewissen verarbeiten zu können, warum? Das könnt ihr hier nochmal nachlesen! […]

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