Meine Lieben, seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema, wie artgerecht unsere Wolle überhaupt produziert wird. Aufmerksam wurde ich durch das Projekt von Schaf und Schäfer und stellte mir die Frage was bedeutet Bio und artgerecht bei Wolle? Fündig wurde ich vor allem bei Rosy Green Wool. Hauptsächlich geht es hier um die meist verwendete Merinowolle, ein Großteil dieser Wolle stammt überwiegend aus Neuseeland und Australien.
Im Internet habe ich mich schlau gemacht und musste feststellen das Folgendes meist Gang und Gebe bei der Schafhaltung ist:
– Mulesing: Schmerzhaftes Entfernen des Fells am Schwanz zur Verhinderung von Fliegenmadenbefall
– Chemikalische Sheep Dips: Zur Schädlingsbekämpfung werden Schafe kopfunter in Becken mit chemischen Lösungen aus Insektiziden und Flungiziden getaucht
– Schlachttransporte für ausgemusterte Tiere: Berichten zufolge verschifft Australien jährlich mehrere Millionen Schafe in Länder des Mittleren Ostens, da die Schlachtung dort billiger ist als im eigenen Land. Laut The Independent dauert ein solcher Transport ca. 32 Tage, wobei sich drei Schafe einen Quadratmeter teilen müssen. Viele Tiere ersticken bereits qualvoll bevor sie überhaupt den Schlachthof erreichen.
Diese Verfahren dienen dazu mit wenig Aufwand so viel wie möglich aus den Schafen rauszuholen und somit kostengünstig zu produzieren und bleiben dem Endkunden meistens verborgen. Daher sollten wir uns vielleicht auch mal fragen wie es gerade Discounter und auch manche Hersteller schaffen Garne so günstig zu verkaufen? Wie viel bleibt hier für die Schafe und die Arbeitskräfte übrig?
Um als Endverbraucher den sicheren Weg gehen zu können sollten wir bei den Herstellern nachfragen, denn es gibt Möglichkeiten seine Produkte zertifizieren zu können.
Das GOTS-Siegel
Durch zum Beispiel die Zertifizierung mit dem GOTS-Siegel kann euch der Hersteller eine gewisse Transparenz zur artgerechten Herstellung bieten, hier werden regelmäßige Kontrollen durchgeführt die dem Endverbraucher versichern, dass…
– die Tiere nach kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) artgerecht gehalten werden
– kein Mulesing praktiziert wird
– keine Sheep Dips mit für den Menschen giftigen Pestiziden stattfinden
– die Tiere keine wochenlangen Schlachttransporte unter grausamen Bedingungen erleiden müssen

Um selbst herauszufinden welche bekannte Wollhersteller ebenfalls diese Kriterien beachten habe ich im Juli 2016 ein paar Mails an bekannte Wollhersteller verfasst. u.a. auch Shoppel, Lamana, LANG Yarns, Schachenmayer… usw.
Doch die Ressonanz war sehr ernüchternd. Lediglich habe ich eine Rückmeldung von Junghanswolle, denen diese Verfahren leider kein Begriff waren, und Lana Grossa erhalten, welche angaben dass Sie die Wolle über die Wollbörse von verschiedenen Händlern aus Australien und Neuseeland aufkaufen und darauf achten das kein Mulesing betrieben wird.
Mit diesem Beitrag möchte ich euch ein wenig auf euren Wollkonsum aufmerksam machen, denn sind wir mal ehrlich, wie viel Wolle liegt in unseren Schränken die wir gekauft haben ohne Verwendung dafür zu haben und muss diese Wolle auch immer günstig sein?
Heut zu Tage achten wir auf unsere Ernährung und Gesundheit und sind der Meinung mit dem Kauf von Wolle Niemanden zu Schaden und dann gibt es solche Verfahren von denen nur wenige wissen. Vielleicht sollten wir als Endverbraucher Wollunternehmen darauf aufmerksam machen dass es eben nicht egal ist wie es den Tieren geht dessen Haare wir verarbeiten.
Was ist eure Meinung dazu?
Mehr Infos über artgerechte Wolle erhaltet ihr unter:










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